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Ein kleines Lexikon der irischen Mythologie


Alba ist ein alter Name für Schottland.


Alken gehören zu den regenpfeiferartigen Vögeln, die gut schwimmen und tauchen können. Es gibt etwa 30 Arten von Alken. Die Riesen- oder Brillenalken hatten verkümmerte Flügel und glichen riesigen Pinguinen. Bis zu ihrer Ausrottung im 19. Jahrhundert lebten sie an den Küsten Neufundlands, Grönlands und Islands. Früher muss es sie aber auch in Europa gegeben haben.


Äpfel gelten als Symbol des Wissens, des Lichts und der Unsterblichkeit. Die Äpfel, die in Magnel, der anderen Welt, wachsen, haben zudem besondere Kräfte. Sie heilen Wunden und Krankheiten, werden niemals kleiner, ganz gleich, wie viel man davon isst, und wer sie pflückt, wird unsterblich.


Balor, der Einäugige, auch Balor mit dem bösen Auge genannt, ist der Anführer der Fomore und ein Gott des Todes. Wer in sein Auge blickt, stirbt. Weil ihm prophezeit wurde, dass er von seinem eigenen Enkel umgebracht werde, sperrt er seine Tochter in einen Kristallturm auf einer Insel. Cian, einem irischen Gott, gelingt es mit Hilfe einer Zauberin dennoch, zu Balors Tochter zu gelangen. Der Sohn der beiden ist Lugh, der Vater von Setanta. Balor erscheint manchmal auch in der Gestalt eines rothaarigen Kindes.


Bäume. Im keltischen Irland wurden die Bäume in drei Gruppen eingeteilt: die «Edlen des Waldes», zu denen Eiche, Haselnuss, Esche, Kiefer, Holzapfel, Stechpalme und Eibe gehören; die «Bürger des Waldes»: Erle, Weide, Weißdorn, Eberesche, Birke, Ulme, Kirsche, und die «Untertanen des Waldes»: Schwarzdorn, Holunder, Espe u.a. Jedem Monat des keltischen Kalenders ist ein bestimmter Baum zugeordnet und jeder dieser Bäume steht für gewisse Eigenschaften und Fähigkeiten. Die Eiche etwa ist der Baum für den siebten Monat des keltischen Kalenders, der in unserer Zeitrechnung vom 15. April bis zum 12. Mai dauert. Sie steht für Ausdauer und Stärke und verkörpert das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde.


Beltane, übersetzt die Feuer des Bel, ist das heute noch bekannteste der vier großen keltischen Feste. Es ist das Fest des Anfangs und wird am Abend des 31. Aprils und am 1. Mai gefeiert. Im keltischen Kalender galt dieses Datum als der Beginn des Sommers. Bel (oder Belenus) ist ein Gott des Lebens wie auch des Sterbens und ein berühmter Heiler. An seinem Fest werden alle Feuer gelöscht und neu entzündet, zum Zeichen, dass Leben und Zeit enden und wieder beginnen. An Beltane werden die Grenzen zwischen der Welt der Sterblichen und Magnel, der Welt der Unsterblichen, durchlässig. Es heißt, die De Danaan seien am Tag von Beltane in Irland gelandet.


Bogen. Der Bogen gilt zusammen mit der Schleuder als die älteste bekannte Schusswaffe. Er wurde auf der Jagd und im Krieg verwendet. Bogenstäbe wurden früher oft aus Eibenholz gemacht, da dieses sehr biegsam ist aber nicht bricht. Je nach Machart und Größe des Bogens kann der Pfeil unterschiedlich weit fliegen, auf der Jagd wurde er auf Entfernungen bis 200 m verwendet, im Krieg soll es nach türkischen Quellen Pfeile gegeben haben, die bis zu 900 m weit flogen.


Boyne ist ein Fluss in Irland, der an der Ostküste der Insel ins Meer mündet. In einer Schlaufe des Flusses befinden sich drei große, von Menschen aufgeschüttete Grabhügel, mit einem Gang im Innern, der in eine Kammer führt. Diese Gräber stammen aus der Steinzeit; sie sind ca. 5000 Jahre alt und damit älter als die Pyramiden. Die Hügelgräber bestanden schon lange vor der Zeit der Kelten, aber auch diese verehrten sie als Heiligtümer. Im mittleren der drei Grabhügel, in Newgrange, befindet sich über dem Eingang eine rechteckige Öffnung, durch die am kürzesten Tag das Licht der aufgehenden Sonne fällt. Der Sonnenstrahl wandert dann durch den 24 Meter langen Gang bis in die Grabkammer und erleuchtet diese für siebzehn Minuten. Auf vielen der großen Steinblöcke im Gang und der Grabkammer von Newgrange sind Verzierungen eingemeißelt und auf dem Stein vor dem Eingang sind unter anderem drei Spiralen abgebildet. Um den Grabhügel herum stehen heute die Reste eines Kreises aus hohen, aufrechten Steinen, die vermutlich erst in der Bronzezeit dort aufgestellt wurden. Der Boyne spielt in vielen irischen Sagen eine Rolle. Als Schwäne die Felder des Königs Connor zerstören, verfolgt er sie mit seinen Streitwagen nach Süden bis an das Ufer des Boyne und schlägt dort sein Lager auf.


Cat, der Kalte, und Cur, der Krumme, sind Zwillinge und die Söhne von Scathach, der Schaffenhaften.


Cathbad ist ein Weiser, ein Druide, der am Hof von Ulster in großen Ehren gehalten wird. Er kann die Zukunft voraussehen und wird bei wichtigen Entscheidungen und Problemen um Rat gefragt. Wie alle Druiden kann er zaubern und Menschen von Wahnsinn heilen. Cathbad ist auch der Vater von Dechtine und damit Sets Großvater.


Connor, oder Conchobor, ist Setantas Onkel und der König von Ulster, dem nördlichen Teil der Insel Irland. Seine Schwester Dechtine ist Setantas Mutter. Sie lenkt Connors Wagen bei der Verfolgung der Schwäne.


Culann der Schmied stellt die Waffen für Connor her. Er hat einen besonders guten und gefährlichen Hund, der seinen Hof und seine Habe bewacht. Aus Versehen tötet Setanta diesen Hund und als Strafe übernimmt er dessen Aufgaben bei dem Schmied, bis dieser einen neuen Wachhund großgezogen hat.


De Danaan ist der Stamm der Göttin Dana, einer Adlergöttin. Als die De Danaan in Irland ankommen, verbrennen sie ihre Schiffe, zum Zeichen, dass sie die Insel nicht mehr verlassen wollen. Sie überlisten die Einwohner, indem sie sich in einen Nebel hüllen. Die De Danaan werden von Setantas Vorfahren, den Milesiern, vertrieben und leben seither in Magnel. Die De Danann sind unsterblich. Sie sind die Götter des Lichts, der Güte und des Glücks, ihr Anführer ist Lugh und ihre Gegner sind die Fomore.


Domnall, der Kriegerische, ist der erste Lehrmeister von Setanta. Jeder Schüler muss, bevor er zu Scathach kommt, zwei Jahre bei Domnall in die Schule der Schmerzen gehen. Bei Domnall lernt Setanta zum Beispiel, über glühende Steine zu laufen, ohne sich die Füße zu verbrennen, auf Speerspitzen zu springen und sich darauf zu drehen, ohne sich zu verletzen.


Dor ist die hässliche Tochter von Domnall. Sie verliebt sich in Setanta und hilft ihm.


Druh. Der Druh ist ein Art von Hund mit zottigem, weißem Fell, spitzen Ohren und einer schwarzen Nase. Er kommt aus Magnel und hat viele besondere Fähigkeiten, zum Beispiel kann er auch fliegen. Weiß ist eine besondere Farbe bei den Kelten und weiße Tiere kommen oft aus der anderen Welt. Die Vorlage für den Druh war Merlin, ein Neufundländer, der zwar ein schwarzes Fell hatte, aber einen sehr ähnlichen Charakter wie der Druh. Das magische Licht ist Merlin gewidmet.


Druiden sind die Weisen der Kelten. Sie sind Lehrer, Berater, Heiler, Vermittler zwischen Göttern und Menschen und sie können die Zukunft sehen.


Eiben gehören nach keltischer Ordnung zu den «Edlen des Waldes» und sie gelten als Todesbäume, weil in ihren Wurzeln die Leichen der Fomore liegen, die von De Danaan bei ihrer Einwanderung nach Irland getötet wurden.
Auch Scathach, die Schattenhafte, hält sich oft im Innern einer Eibe auf und lehrt von dort aus ihre Schüler. Weil das Holz der Eibe dauerhaft, zäh und biegsam ist, wurde es früher häufig zur Herstellung von Pfeilbögen verwendet. In den Beeren der Eiben ist ein süßer, klebriger Saft. Er selbst ist nicht giftig, die Kerne der Beeren und die Nadeln der Eibe sind jedoch sehr giftig.
Die Eibe verbindet Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart und Eibenöl soll die Eigenschaft haben, Vergessenes wieder in Erinnerung zu bringen.


Emain Macha ist der Hof des Königs von Ulster. Der Name bedeutet «die Zwillinge der Macha». Macha war die Frau von Crunnchu, der an einer Versammlung am Hof des Königs mit ihrer Schnelligkeit prahlte. Der König zwang Macha, gegen seine Pferde um die Wette zu laufen, obwohl sie schwanger war. Macha gewann den Wettlauf zwar, aber als sie das Ziel erreichte, gebar sie Zwillinge und starb. Weil der König kein Mitleid mit ihr gehabt hatte, verfluchte Macha vor ihrem Tod die Männer von Ulster dazu, während neun Generationen, jedesmal wenn sie bedroht waren, neun Tage lang die Wehen einer Frau ertragen zu müssen. Emain Macha liegt in der heutigen Grafschaft Armagh, einer Gegend, in der es immer noch viele Apfelbäume gibt. Der Hof war von einem großen Erdwall umgeben und muss unter anderem eine riesige runde Halle gehabt haben.


Emer ist die Tochter von Forgall dem Verschlagenen und sie hat drei Brüder. Als die Krieger von Ulster verlangen, dass Connor eine Frau für Setanta finde, schickt dieser neun Männer aus, um in ganz Irland nach einem Mädchen zu suchen, aber sie finden keines, das zu Setanta passt. Da macht Setanta sich selbst auf und er trifft die schöne Emer mit ihren Ziehschwestern in einem Garten beim Sticken. Sie verspricht, ihn zu heiraten, wenn er gewisse Taten erfüllt.


Erinn ist ein alter Name für Irland und bezeichnet eigentlich die Erde von Irland.


Ferdia ist Setantas Ziehbruder und sein Freund. Es war in jener Zeit üblich, seine Söhne mit sieben Jahren zu einer anderen Familie zu geben, um die Freundschaft zwischen den Familien zu fördern. So wuchsen Kinder von verschiedenen Eltern am gleichen Hof als Ziehbrüder miteinander auf. Ferdia gehört zum Stamm der Firbolg und ist ein paar Jahre älter als Setanta, er wächst aber mit diesem zusammen am Hof von Sualtam auf. In der Sage heißt es, die beiden hätten sich so gut verstanden, dass sie alles miteinander teilten und auf dem gleichen Lager schliefen. Ferdia lernt auch bei Scathach die Künste der Krieger und er hat einen Panzer aus Horn, der undurchdringlich ist. In der berühmten Sage vom Rinderraub von Cooley greifen die Stämme von Connacht die Männer von Ulster an, und während dieser Auseinandersetzung kämpfen Ferdia und Cuchulainn drei Tage lang gegeneinander. Am vierten Tag tötet der selbst schwer verletzte Cuchulainn Ferdia. Cuchulainn begräbt den toten Freund und versinkt über lange Zeit in großer Trauer.



Fidchell, übersetzt Weisheit aus Holz, ist ein altes irisches Brettspiel, das ganz ähnlich ist wie Schach. Die Aufgabe besteht darin, den eigenen König auf eine Seite des Brettes zu bringen und den König des Gegners am Vorrücken zu hindern. Fidchell wird in den irischen Sagen häufig von Göttern, Königen und Helden gespielt und soll von Lugh erfunden worden sein.


Finn, oder Finn Mac Cool, ist der Held eines anderen irischen Sagenkreises, der wie Setanta eine Reihe von Abenteuern erlebt. Er stirbt nicht, sondern schläft in einer Höhle auf einer Insel. Wenn Irland in großer Not ist, wird er wieder erwachen und das Land retten. Und Finn ist auch der Name von Georginas Laubfrosch.


Firbolg, der Stamm, der mit den De Danaan zusammen in Irland lebte, bis sie von diesen vertrieben wurden. Firbolg bedeutet «Männer der Säcke» und aus dem Namen entstand die Legende, dass die Firbolgs einst für die Herrscher eines südlichen Landes (vermutlich Griechenland) Säcke mit Erde schleppen mussten, damit deren steinige Felder fruchtbar wurden. Es gelang den Firbolgs, aus den Ledersäcken Boote zu machen und nach Irland zu fliehen. Nachdem sie von den De Danaan vertrieben wurden, lebten einige von ihnen weiter in Magnel und verschiedene irische Helden sollen von ihnen abstammen.


Fomore heißen die bösen Götter der irischen Sagen. Sie sind ein Stamm von Einäugigen, Einbeinigen oder Einarmigen, die einst über Irland herrschten und dann von den De Danaan vertrieben wurden. Seither hausen sie in Magnel. Sie sind die Kräfte der Zerstörung und des Todes und ihr Anführer ist Balor.


Forgall der Verschlagene ist der Vater von Emer und ein Magier. Er will nicht, dass Setanta Emer heiratet und stellt ihm alle möglichen Hindernisse in den Weg.


Georgina ist fast 13 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihren zwei Schwestern, Silvia und Dagmar, in einem Haus am Stadtrand. Sie ist viel jünger als ihre Schwestern und findet es nicht ganz einfach, immer die Kleine zu sein. Am meisten interessiert sie sich für Tiere, sie hat einen Frosch und ein Meerschweinchen, würde aber gerne einen Hund haben.


Götter. Die irischen Götter unterscheiden sich in ihrer Art und ihrem Auftreten kaum von den Menschen, außer dass sie unsterblich sind. Sie leben in Magnel. Sie können aber auch in verschiedenen Gestalten in die Welt der Lebenden kommen.


Haselnuss. Der Haselnussstrauch gehörte zu den «Edlen des Waldes» und wurde von den Kelten sehr verehrt. An einem der Sträucher am Ufer des Flusses Boyne sollen die neun Nüsse der Weisheit gewachsen sein, die dann ins Wasser fielen und von einem Lachs verschluckt wurden. Ein Druide versuchte, den Lachs der Weisheit während sieben Jahren zu fangen. Als er ihm endlich gelang, hieß er seinen Gehilfen, den Fisch über dem Feuer braten, aber dieser verbrannte sich an dem Lachs und steckte seinen Daumen in den Mund. So erhielt der Gehilfe und nicht der Druide all die Weisheit des Lachses. Der Gehilfe aber war Finn Mac Cool. Der Haselnussstrauch ist auch der Baum der zum neunten Monat des keltischen Kalenders gehört, der von 10. Juni bis zum 7. Juli dauert. Er steht für Verständigung, Einfühlungsvermögen und gute Einfälle.


Hurling ist ein Spiel, das bis heute in Irland gespielt wird. Es ist eine Art Landhockey, bei dem zwei Mannschaften einen kleinen Ball mit einem Schläger aus Eschenholz ins Tor des Gegners zu schlagen versuchen. Heute bestehen die Mannschaften im Hurling aus je 15 Spielern. Früher konnten aber beliebig viele Leute teilnehmen, solange auf beiden Seiten gleich viele spielten. Der Schläger ist am unteren Ende etwas flacher und nach außen gebogen. Der Ball darf mit dem Schläger vom Boden und aus der Luft geschlagen werden, und es ist auch erlaubt, den Ball während vier Schritten auf dem Schläger vor sich her zu tragen. Hurling ist sehr beliebt in Irland und wird überall auf der Insel von Jungen und Mädchen gespielt.


Ibor ist der Wagenlenker von Connor, dem König von Ulster.


Imbolc, wird am 1. Februar gefeiert und ist eines der vier großen keltischen Feste. Es ist Brigid gewidmet, die manchmal auch Dana genannt wird. Sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit, der Heilkunst, der Dichter und der Schmiede. Imbolc ist ein Fest der Waschungen und Reinigungen, wenn der Schmutz des Winters weggewaschen wird, damit der Frühling kommen kann. Zu christlicher Zeit wurde Imbolc dann zum Fest der Heiligen Brigid und noch heute werden für diesen Tag aus Binsen sogenannte Brigids-Kreuze geflochten, die über Türen und Eingängen aufgehängt werden zum Schutz der ein- und ausgehenden Menschen und Tiere. An machen Orten in Irland wurde früher an diesem Tag ein zusätzliches Gedeck auf den Tisch gelegt und der erste, der vorbeikam, wurde zum Essen eingeladen.


Inseln. Es gibt viele kleine Inseln um die Küsten Irlands herum, für jeden Tag im Jahr eine, heißt es. Manche von ihnen sind bewohnt, die meisten aber nicht oder nicht mehr und auf gewissen gibt es Pflanzen und Tiere, die an keinem anderen Ort in Irland zu finden sind.


Irland ist eine Insel am Westrand von Europa. In den irischen Sagen wird berichtet, dass Irland von verschiedenen Völkern erobert wird, die für eine gewisse Zeit die Insel beherrschten, bis sie von neuen Einwanderern vertrieben werden. Zu diesen Völkern der Sagen gehören der Stamm der Fomore, der Firbolg und später der Stamm der De Danaan. Die Vertriebenen flüchten nach Magnel, in die andere Welt, die sich in Hügeln oder Seen befinden kann, und leben dort weiter. Tatsächlich sind in Irland viele solcher Hügel zu sehen, und manchen sagt man bis heute nach, dass sie von Feen bewohnt werden. Der südliche Teil von Irland ist nun ein unabhängiges Land, während der Norden zum Vereinigten Königreich gehört. Und es gibt tatsächlich keine Schlangen in Irland außer als Ornamente in Büchern und auf Gegenständen.


Kelten, das Volk, das Irland zur Zeit der Entstehung der irischen Sagen bewohnte. Die Kelten hielten Schreiben für eine heilige Tätigkeit und es sind von ihnen nur kurze Inschriften auf Steinen und Tongefäßen erhalten. Ihr Alphabet hatte 20 Buchstaben, die je aus einer Reihe von unterschiedlich angeordneten Strichen bestand, die in Steine gemeißelt oder in Holzstücke eingeritzt wurden. Unsere Kenntnisse über die Kelten stammen vor allem aus Beschreibungen anderer Völker, die mit ihnen in Kontakt kamen, und ihre Sagen wurden erst, nachdem ihre Kultur ausgestorben war, von Mönchen aufgeschrieben. Die meisten Länder in Mittel- und Westeuropa waren irgendwann von den Kelten besiedelt, die dann aber von anderen Völkergruppen, insbesondere den Germanen und Römern, verdrängt wurden. Da die Römer Irland nicht eroberten, lebten die Kelten hier bis ins frühe Mittelalter. So ist in Irland mehr als anderswo von der keltischen Kultur, den Sagen und der Sprache erhalten geblieben.


Krähen erscheinen in irischen Legenden oft als Boten des Todes. Morrigu, die Göttin des Krieges, der Schlachten und des Todes zeigt sich meist als Krähe und schwebt über Schlachtfeldern oder Sterbenden. Sie ist eine Feindin von Setanta.


Lachs. Der Lachs ist ein magisches Tier in den irischen Sagen, insbesondere der Lachs der Weisheit, der im Fluss Boyne schwimmt. Er hat die Nüsse des Wissens verschluckt, die vom Baum der Weisheit fielen, und gilt seither als das weiseste aller Tiere.


Laeg ist Sets Wagenlenker und sein Vertrauter, der ihm den Legenden nach mehr als einmal das Leben rettet. Er bewahrt Sets Waffen auf und ist stets über alles informiert, was um Set herum geschieht.


Liat Macha und Dub Sainglenn, oder der Graue von Macha und der Schwarze von Sainglenn, sind zwei Hengste, die in der gleichen Nacht wie Setanta geboren werden und die er geschenkt bekommt. Sie ziehen seinen Streitwagen, der von seinem Wagenlenker Laeg gesteuert wird.


Lugh, übersetzt der Scheinende, ist einer der wichtigsten irischen Götter und der Vater von Setanta. Er ist der Gott des Lichtes und der Sonne und der Anführer der De Danaan. Er beherrscht alle Künste und Handwerke und er ist der Enkel von Balor. Lugh gilt auch als der Erfinder des Balls und der Ballspiele.


Lughnasad, übersetzt Lughs Heirat, ist das Fest des Gottes Lugh, das am Ende des keltischen Sommers, am 1. August, gefeiert wird. An diesem Tag werden die ersten Früchte gepflückt und damit beginnt die Ernte. An Lughnasad werden Wettspiele durchgeführt, eine Art irische Olympiade, wobei auch Ballspiele gespielt werden, die an Fußball und Hurling erinnern, eine irische Version von Landhockey, die heute in Irland immer noch sehr beliebt ist.


Magnel, übersetzt untere Welt oder Unterwelt, wird auch als die andere Welt bezeichnet. Magnel ist die Welt, in der die Unsterblichen, die guten und schlechten Götter der irischen Sagen, leben. Sie besteht neben der Welt der Menschen und ist dieser in vieler Hinsicht sehr ähnlich. Zu gewissen Zeiten und an gewissen Orten werden die Grenzen zwischen den Welten durchlässig und auch Sterbliche können Magnel betreten. Viele irische Sagen berichten von Abenteuern, die gewöhnliche Menschen dort erleben. Magnel wird je nach Sage auch das Land des Vergessens, der Jugend, des Sommers oder der Verheißung genannt, und es gilt als das Land der Apfelbäume.


Met ist ein Honigwein, der früher überall in Europa getrunken wurde. Man siedet den Honig mit Wasser, entfernt den Schaum, der dabei entsteht, und lässt die Flüssigkeit anschließend mit Hefe gären.


Milesier sind die Söhne des Mil und die Vorfahren von Setanta. Mil ist ein spanischer Heerführer, der die Insel Irland erobern will. Er stirbt auf der Reise dorthin, seine Frau und seine Söhne aber erreichen Irland, kämpfen dort gegen die De Danaan und vertreiben diese in die andere Welt.


Morrigu, Göttin des Krieges, der Schlachten und des Todes. Ihr Name bedeutet große Königin. Sie kann wie die meisten irischen Götter verschiedene Gestalten annehmen, erscheint aber oft als Krähe und schwebt über Schlachtfeldern oder Sterbenden. Sie ist eine Feindin von Setanta.


Musik spielt in den irischen Sagen eine große Rolle. Die meisten Götter und Helden spielen ein Instrument und Musik ist auch in Magnel sehr beliebt. So beliebt, dass berühmte Sänger und Musiker von Siden nach Magnel entführt werden, um dort für die Unsterblichen zu spielen. Ein guter Sänger versteht es, drei verschiedene Lieder zu singen: eines, das seine Zuhörer zum Lachen bringt, eines, das sie zum Weinen bringt, und eines, das sie in Schlaf versetzt.


Noisi ist der älteste der drei Söhne von Usnach. Er und seine Brüder gelten als ausserordentlich schön. Noisis Haar ist rabenschwarz, seine Haut weiß wie Schnee und seine Wangen rot wie Blut. Seine Stimme aber ist so schön, dass die Kühe dreimal so viel Milch geben, wenn sie ihn singen hören. Noisi lebt nach seiner Lehre bei Scathach am Hof von Connor und die junge Deirdre, die den sehr viel älteren König von Ulster heiraten soll, verliebt sich in ihn. Sie fliehen zusammen mit Noisis Brüdern nach Alba und leben dort, bis Connor sie unter falschen Beteuerungen nach Ulster zurück lockt. Connor lässt Noisi und seine Brüder umbringen und zwingt Deirdre den Mörder von Noisi zu heiraten. Doch sie lässt sich von einem Wagen fallen, so dass ihr Kopf an einem Stein zerschellt.


Pfeile bestehen aus einem Pfeilschaft, der meist aus Holz ist, und einer Pfeilspitze, die aus Stein, Horn, Knochen oder Metall sein kann oder aus im Feuer gehärtetem Holz. Am hinteren Ende des Pfeils ist eine sogenannte Fiederung angebracht, die den Flug des Pfeiles in der Luft stabilisiert. Diese kann zum Beispiel aus echten oder geschnitzten Federn sein.


Sagen. Die irischen Sagen wurden über lange Zeit nur mündlich überliefert, und es lässt sich deshalb nicht feststellen, wie alt sie wirklich sind. Man vermutet heute, dass die meisten von ihnen zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstanden. Aber erst im 12. Jahrhundert, als die Kultur der Kelten bereits verschwunden war, begannen Mönche in irischen Klöstern die Geschichten aufzuschreiben. In den irischen Sagen gibt es zwei große Sagenkreise. Einer von ihnen, der Ulster-Zyklus, spielt im Norden Irlands und erzählt von den Abenteuern des König Connor und seiner Krieger. Der Berühmteste unter ihnen ist Cuchulainn, der in seiner Jugend Setanta heißt.


Samain, das Fest des Gottes Samain, wird am Abend des 31. Oktober und am 1. November gefeiert, und ist in keltischer Zeit der Jahresanfang. An Samain öffnen sich die Hügel der Feen und Magnel wird sichtbar. Geister und Götter kommen in die Welt der Menschen und können dort Schaden anrichten. Es ist gleichzeitig das Fest der Toten, die in der Nacht von Samain zu den Lebenden zurückkehren. An Samain werden wie auch an Beltane die alten Feuer gelöscht und neue entzündet. Heute wird Samain als Halloween gefeiert.


Scathach, die Schattenhafte, ist eine berühmte Kriegerin und Setantas Lehrmeisterin. Sie lebt im Tal der Schatten, und mit ihren drei Augen kann sie die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sehen. Sie hat eine Schule für die Künste der Krieger, die von den meisten irischen Helden in Setantas Zeit absolviert wird. Scathachs Söhne sind die Zwillinge Cat und Cur.


Schwäne. In vielen irischen Sagen haben Schwäne magische Kräfte. Sie kommen aus Magnel und oft tragen sie goldene oder silberne Ketten um den Hals oder sind mit diesen aneinander gebunden. Menschen und Götter nehmen freiwillig oder unfreiwillig die Gestalt von Schwänen an, und insbesondere die De Danaan verwandeln sich häufig in Schwäne.


Setanta oder Set ist der Sohn des Gottes Lugh und von Dechtine, der Schwester von König Connor. Es gibt verschiedene, sich widersprechende Sagen über seine Zeugung und seine Geburt. Eine davon besagt, dass Lugh Dechtine in einem Lager am Fluss Boyne im Traum erschien und ihr mitteilte, dass sie seinen Sohn gebären werde und dass sie diesen Setanta nennen solle. Setanta wächst auf dem Hof seines Ziehvaters Sualtam auf, zusammen mit seinem Ziehbruder Ferdia, bis er zu Scathach geht, um von ihr die Künste der Krieger zu lernen. Setanta erhält später den Namen Cuchulainn, übersetzt der Hund von Culann: Culann ist ein Schmied, dessen Hund Setanta aus Versehen tötet. Als Strafe übernimmt Setanta alle Aufgaben des Hundes, bis Culann einen neuen Hund großgezogen hat. Setanta wird zu einem der berühmtesten Helden der irischen Sagen, der mit seinen magischen Waffen viele Kämpfe besteht. Seine Gegnerin während seines ganzen Lebens ist Morrrigu, die Göttin der Schlachten und des Todes, die ihn in der Gestalt einer Krähe verfolgt.


Side, übersetzt Wesen aus dem Hügel, ist eine Art Fee, die in Magnel lebt, aber auch in die Welt der Menschen kommen kann. Ihre Absichten sind nicht immer gut.


Spiralen. Schon vor 5000 Jahren wurden Spiralen in Irland in große Steine gehauen, die vor Gräbern und Heiligtümern standen. Später sind Spiralen zur Verzierung von Büchern verwendet worden, und sie finden sich bis heute auf Schmuckstücken - Anhängern, Ringen, Armspangen und Broschen. Was die Spiralen bedeuten, ist nicht ganz sicher, aber man nimmt an, dass sie für das Leben, die Zeit und die Ströme des Wassers stehen.


Stechpalme. Dieser Baum gehört auch zu den Edlen des Waldes (vgl. Eibe) und gilt als heiliger Baum. Die irischen Feen haben eine Vorliebe für Stechpalmen.


Sualtam ist der Ziehvater von Setanta und Ferdia und selbst ein berühmter irischer Held.


Tara ist der Name eines Hügel in Irland, auf dem in keltischer Zeit die irischen Könige wohnten und der damals als Mittelpunkt der Welt galt. In Tara ist auch ein Übergang zwischen der Welt der Menschen und jener der Götter. Der Sonnengott Lug soll in Tara wohnen. Noch heute sind die fünf Strassen auszumachen, die nach Tara führten, und auf dem Hügel sind die Überreste von Heiligtümern, Gräbern und Häusern zu sehen. Tara ist auch der Name von Georginas Meerschweinchen.


Übergänge sind Orte, an denen die Welt der Menschen und die der Götter (Magnel) aneinander stoßen. Es können Brücken oder Furten sein, aber auch Hügel oder Waldlichtungen. Nicht jeder kann sie finden und man kann sie auch nicht zu jeder Zeit finden. Aber es heißt, dass jeder Menschen einmal die andere Welt betreten muss und jeder wird dort etwas anderes finden.


Zeit. Die Kelten hatten die Vorstellung, dass die Zeit in Kreisen oder Spiralen läuft; so wie es immer wieder Frühling wird, kommen immer wieder die gleiche Zeiten und die Menschen erleben immer wieder die gleichen Ding: Geburt, Leben, Tod.


Alle Zeichnungen stammen von der Klasse 6b der Fronhofer Realschule, Ingolstadt, mehr dazu unter «Projekte» in: http://www.fronhofer-realschule.de


© G. Alioth, 2001