Romane Kinderbücher Weitere Publikationen Leseproben News & Termine Links & Kontakt

Rezensionen

The Poet’s Coat – Der Mantel der Dichterin

Gallus Lebensszenerien


“Schon immer mochte ich die Idee,
etwas zum Abschluss zu bringen,
Tage, Bücher, meine Existenz,
wann immer mir Verwirrung drohte.
Ich mag die Einsamkeit leerer Blätter,
die Verschwiegenheit der Register
und das weiße Licht
kurz vor der Dämmerung.
Man hat mir beigebracht, Zeit zu verantworten,
meine Träume auszugleichen, und
ich habe gelernt, Erinnerungen
abzulegen in gerade nummerierten Kartons.“

 

So heißt es am Anfang des zweiten Gedichts mit dem Titel „Die Buchhaltertochter“ im ersten
Abschnitt des Bandes „The Poet’s coat/Der Mantel der Dichterin“. Autorin ist die gebürtige
Schweizerin Gabrielle Alioth, die 1955 geboren wurde und 1984 nach Irland auswanderte.
Während sie weiterhin vieles andere (Prosa, Kinder- und Reisebücher) auf Deutsch schrieb,
entstanden ihre Gedichte auch vor dem Hintergrund der Liebe zur englischen Sprache und der
poetischen Kultur in Irland.

Timo Brandt in: Signaturen

 

So sehr die Schriftstellerin ihre Prosa einem Ziel unterwirft, so sehr ergibt sich ihre Lyrik dem Moment, auch den Momenten einer Erinnerung. (…)

In ihren Gedichten spiegeln sich ihre Vergangenheit, Begegnungen, ihre zweite Heimat, das, was Orte mit einem tun und anstellen, was sie in uns und wir an ihnen zurücklassen. Ihre Gedichte sind Ausdruck dessen, dass sie nicht zerrissen, sondern an vielen Orten zuhause ist, dass Heimat nicht an Nationen und ihre Grenzen, nicht einmal an die Sprache gebunden sein muss. (…)

Ein besonderes Vergnügen bereitet die Gegenüberstellung der englischen Originalgedichte und die deutschen Übersetzungen von Fred Kurer. Die beiden Seiten zeigen offensichtlich und eindrücklich, was Übersetzung kann und muss …

Gallus Frei in: literaturblatt.ch

 

 

Eingetaucht in einen durch und durch lyrischen Ton und in leise Melancholie bleiben Gabrielle Alioths Gedichte doch stets voll von realistischen Bildern und Vergleichen, was ihre Lyrik eminent lesbar macht. Hier stehen keine schwer zu entschlüsselnden Strophen, sondern ernste, nachdenklich stimmende Zeilen aus einem kreativen und bewegten Leben

Irmgard Hunt in: TRANS-LIT2Vol. XXV/Nr. 2 Herbst 2019

 

Als gebürtige Baselerin spricht sie natürlich Schwyzer Dütsch. Ihre (meist) historischen Romane schreibt sie auf Hochdeutsch, aber leben tut sie (seit vier Jahrzehnten) in Irland.
Jetzt hat Gabrielle Alioth ein interessantes Experiment gewagt. Und es ist ihr gelungen: Die Sammlung „The Poet’s Coat“ ist nicht nur ihre lyrische Biographie, sondern es sind auch ihre ersten Gedichte. Und erstmals in Englisch.
47 an der Zahl, aufgeteilt in drei Kapitel: „The Past“, „This place“ und „The Woman“. Den Originalen hat sie jeweils die deutsche Fassung gegenübergestellt. Also noch einmal 47 Texte. Dazu hat sie die Unterstützung des Schweizer Anglisten Fred Kurer gewonnen, der selber Lyriker ist. Denn nichts dürfte schwerer zu übersetzen sein als Gedichte.

Hajo Jahn in: ELSG-Brief 116, 3.Quartal 2019

 

 

Wie herrlich frei, selbstbewusst und zugleich abgründig diese Verse klingen! Betörend, atemberaubend, einer irischen Kirke würdig. (…) Ein freimütiges Herz, ein weitausgreifendes, das die Herkunft aus der Schweiz nicht vergessend, in Irland Wurzeln geschlagen hat und vor dort aus gerne nach Neufundland, in die USA oder zurück in die Schweiz schweift.

Florian Vetsch in: Saiten Nr. 290, 06/2019

 

 



Zurück