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Ärger uf de Arche
Oder: Die Prophezeiungen des Kaninchens


Die Tiere:


Trudi, das Zebra, hübsch, etwas eitel, nicht sehr mutig und auch nicht sehr gescheit, dafür sehr in Tim, den Löwen, verliebt.

Viktoria, das Schaf, spielt lieber mit Jungen als mit Mädchen, meist mit Walter, dem Wolf. Sie packt zu und macht mit, ein guter Kumpel.

Walter, der Wolf, hat viel gesun- den Menschen- oder eben Wolfsver- stand, ist kritisch und macht gerne Witze.

Tim, der Löwe, sehr selbstbewusst, manchmal etwas wichtigtuerisch. Er ist oft der Anführer der Tiere und kann sehr laut brüllen. Er hat eine Schwäche für Lola, das Einhorn.

Linus, das Kaninchen, sagt sehr wenig, ist schüchtern und etwas schreckhaft, kann aber einen ganz tollen Tanz mit Kunststücken vorfüh- ren.

Martin, der Frosch, ist ziemlich klug und lässt sich nicht rasch be- eindrucken. Er ist vorsichtiger als die andern, bedächtig.

Hugo, der Seehund, eine stumme Rolle, kann Kunststücke machen und ist sehr flink. Wenn er Wasser prusten oder verspritzen könnte, wä- re das sehr gut. Er hat eine Schwä- che für Trudi.

Siggi (eigentlich Siegfried), der Drache, ist etwas kompliziert und nicht der Schnellste, sieht aber sehr eindrücklich aus, und wenn er Rauch aus den Ohren (oder aus dem Maul) blasen könnte, wäre das toll.

Lola, das Einhorn, sehr schön und anmutig und auch sehr vernünftig. Sie ist weiser als die anderen Tiere, behält aber vieles von dem, was sie weiss, für sich.

Albrecht, das Dodo, sehr langsam und etwas eigensinnig. Nimmt sich selbst sehr wichtig und ist etwas schwerfällig.

Johann, die Fledermaus, schläft die meiste Zeit, wenn möglich kopfunter an der Decke. Sagt wenig, weiss aber immer, was läuft.

Silvia, die Hummel, ist etwas zimperlich und rasch beleidigt. Sie hat das Gefühl, sie komme immer zu kurz.

Georg, der Tintenfisch, ist so klug, dass er fast gar nichts sagt, lebt auf dem Meeresgrund und kommt deshalb meistens zu spät.

Der Chor der Ratten mit ca. 7 Mitgliedern. Sie treten zwischen den Szenen auf und singen und tanzen. Unter ihnen könnten einzelne Charaktere herausgehoben werden, die Kleinste, die Dümmste, die Schnellste etc. und vielleicht könnten einzelne Ratten auch Solo singen oder tanzen.


Textauszug: 2.Akt, 2. Szene


Figuren: Johann, Hugo, Viktoria, Trudi, Silvia, Walter Tim, Albrecht, Georg, Martin

Es ist Nacht. Johann rutscht mit einem grossen Sack auf dem Rücken am Seil auf die Bühne und blickt ängstlich um sich. Hugo taucht auch sehr vorsichtig mit einem grossen Sack aus dem Wasser und setzt sich an den Bühnerand. Johann stösst gegen Hugo und beide erschrecken. Der Anfang der Unterhaltung wird geflüstert.


Johann aufatmend. «Du bischs! Ich ha scho gmeint ...»

Hugo versucht seinen Sack zu verstecken.

Johann: «Was hesch denn du do?»

Hugo verwirft die Pfoten, schüttelt den Kopf, tut, als ob der Sack nicht ihm gehöre.

Johann neugierig: «Zeig e mol.»

In dem Moment entdeckt Hugo den Sack von Johann und beginnt darauf zu deuten.

Johann: «Das isch nüt.»

Hugo insistiert, greift nach dem Sack, zerrt an ihm.

Johann: «Ich säg dr doch, es isch nüt, hör uf!»

Hugo bekommt den Sack zu fassen, und er leert aus: Früchte und Gemüse rollen auf die Bühne. Hugo macht ein fragendes Gesicht.

Johann: «Es sind nur e paar Ruebli. Und si ghöret nid emol mir.»

In diesem Moment kommt Viktoria
auf die Bühne
: «Johann, häsch mini -?» Sie hält inne, als sie Hugo bemerkt. Der deutet auf das Gemüse und Viktoria. Johann nickt.

Viktoria: «Was isch passiert?»

Johann versucht zu erklären: «Dr Hugo do, hät ...»

Viktoria: «Was hät denn dä für en Sack?»

Hugo versucht seinen Sack zu verbergen.

Viktoria: «Zeig e mol.» Gemeinsam mit Johann gelingt es ihr, den Sack zu packen und auszuleeren: Süssigkeiten fallen heraus.

Trudi kommt auf die Bühne getrippelt: «Hugo, Hugo, hesch mini -»

Viktoria auf die Süssigkeiten deutend, strafend: «Dini?»

Trudi: «Was machsch du denn do?»

Viktoria: «Sind das dini Sache?»

Trudi trotzig: «Me darf denk wohl no emol es Zeltli ha.»

Viktoria empört: «Es Zeltli! Hesch das alles welle elei ässe?»

Silvia kommt auf die Bühne gesummt: «Do duftet´s doch noch ..»

Viktoria: «... noch Zeltli!»

Silvia ziemlich laut: «Wo chömed denn die her?»

Johann: «Pscht.»

Trudi: « äh ...»

Silvia bückt sich nach einem Apfel: «Und frischi öpfel» Sie blickt zu Johann und Viktoria. «Hesch dr en Gmüsema organisiert?»

Viktoria: «Das isch wenigschtens gsund»

Johann: «Sind doch nid so luut.»

Silvia blickt zu Trudi und Hugo. «Und du dir en Kiosk?»

Trudi: «Es Zebra cha nid ewig Heu fresse. Mini Streife isch so scho ganz matt.»

Viktoria: «Macht aber Zäh kaputt.»

Johann: «Ihr wecked no die andere.»

Tim kommt verschlafen auf die Bühne: «Was isch denn los?»

Walter poltert auf die Bühne: «Worum händ ihr mir nid gseit, dass ihr es Fescht mached?»

Er reisst eine der Gutzischachteln auf und beginnt zu essen. Tim beisst in ein Ruebli. Silvia lutscht ein Bonbon.

Trudi: «He, das sind mini Guetzli.»

Albrecht mit Schlafmütze: « Was isch denn das für a nächtlichi Ruhestörig.»

Trudi: «Dä frisst mini Guetzli!»

Viktoria: «Und dä mini Ruebli.»

Silvia kauend: «Was heisst denn do dini Guetzli und dini Ruebli. Ich ha gmeint, mr sorged alli fürenand?»

Albrecht: «Und haltet alli zuenand?»

Georg taucht auf, singend: « Mir sind stark, mir sind vereint ...»

Trudi weinerlich: «Ich bi von Anfang ah gege dä blödi Streik gsy.»

Silvia: «Worum hesch denn nüt gsait, wo mer beschlosse händ, uf dr´Arche z´bliebe?»

Trudi heulend: «Ihr sind doch immer alli gege mich ...»

Albrecht: «Aber es goh doch gar nümme lang. Sobald d´Mensche üs verspreched, üs nid us z´rotte und isperre...»

Walter kauend zu Silvia: «Du bisch nur ifersüchtig, wil du nid selber uf d´Idee cho bisch, dr Guetzli bringe s´lo.»

Silvia: «Ich iss gar chaini Guetzli.»

Viktoria: «Denn halt Sirup oder Zuckerwasser oder was de ebe issisch.»

Silvia beleidigt kauend: «Ich iss nur beschte Schwyzer Honig.»

Tim ebenfalls kauend: «Me gsehts.»

Silvia: «Du musch grad öppis säge – du ufblosene Leu.»

Tim: «Hyschterischi Hummle.»

Trudi und Walter beginnen sich um die Gutzi zu streiten.

Walter: «Gimm er das, ich bi zerscht gsi.»

Trudi boxt ihn: «Rüdige Wolf.»

Walter: «Zickigs Zebra.»

Trudi heult auf: «Ich red nie meh mit Dir.»

Albrecht versucht zu vermitteln: «Aber, aber ....»

Walter: «Mit dir rede sowieso niemer me.»

Viktoria: «Doofs Dodo.»

Albrecht: «Ibildets Schof.»

Georg: «Aber mer sitzed doch alli im gliche Boot ...»

Tim: «Du sitzisch überhaupt i kaim Boot, du Gummifisch.»

Georg: «Aber das goh jetzt doch wirklich zwyt.»

Johann schüttelt sich vor Lachen: «Gummifisch!»

Georg: «Flügellahme Mulwurf»

Silvia: «Ich red mit niemertem meh.» Sie greift nach einem Gutzi. Alle fallen über sie her.

Martin stürmt im Pyjama auf die Bühne: «Wartet, wartet, ich will au mit mache.»

Grosse Balgerei. Hugo wendet sich entschuldigend zum Publikum und schüttelt den Kopf.

(Dunkel)



3. Zwischenspiel: Es Lied vom Zämmehalte




Mir lönd üs nid i Chäfig speere,
vergesse, jage und dressiere.
Mir chönd üs gege alli wehre,
wo üs wänd brote und paniere.

Mir wärdet zuenander halte,
was immer d´Zukunft üs au bringt.
üsern Chor cha kaine spalte,
ganz glich wie fa-aalsch er au singt.

(Diese Strophe nach der Melodie der Marseille)

Mir lönd üs nid is Unglück triiebe,
mir haltet alli zuenand.
Und wenn d-Mensche üs au wänd schade,
üs es Fell über d´Ohre wänd zieh
mir sind stark, mir sind vereint,
mir sorget alli fürenand.
Mir lönd üs nid is Unglück triebe,
mir haltet d´Zukunft i dr Hand.