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Rezensionen

Wie ein kostbarer Stein

"Wie der Steinmetz, der seiner am Südportal des Münsters aufgestellten Lieblingsfigur "die Augen mit einem feinen, steinernen Tuch" verbindet, so legt auch Gabrielle Alioth ihren Romanfiguren eine Augenbinde um. Ein Gewebe - bald mehr, bald weniger dicht - legt sich als Schleier über die Wahrheit, spinnt sie ein in ein Netz des Schweigens." (Neue Zürcher Zeitung, 13.6.1994, Charitas Jenny-Ebeling)


"Gabrielle Alioth schreibt sehr knapp und unprätentiös in klaren Bildern. Die Prosa überzeugt durch ihre Einfachheit, und die entspricht der Zurückhaltung, der Unterordnung des weiblichen Lebens im Mittelaiter. Nur, das wäre höchstens ein Roman über ein Dokument der Repression und geknebelter Sexualmoral. Die Autorin aber bringt vieles von der Zeitwende ein. Ohne aufdringlichen Effekt wird spürbar, welche Spannung allmählich ein geschlossenes Weltbild sprengt und die machtbewussten Autoritäten durch eine langsam gewachsene Laienfrömmigkeit unterminiert. Das alles tritt als Irritation in die klare Schilderung, und eben das zeichnet die erzählerische Arbeit aus, deren Botschaft in einen Satz gefasst lauten müsste: Die Mündigkeit ist in Gedanken vorhanden, auch wenn sie öffentlich noch nicht geduldet wird." (Salzburger Nachrichten, 19.3.1994, Johannes Jetschgo)


"In ruhigem Sprachfluss schafft Gabrielle Alioth in ihrem neuen Roman eine dichte Atmosphäre und starke, eindringliche Bilder, auch ganz nebenbei: das sanfte, vekrüppelte Mädchen etwa, das wie ein Vogel mit gebrochenem Fuss aus der Kirche hinkt. Die Stadt mit ihrer Ausstrahlung, den reichen Details ihrer Architektur, wird zur eigenen Person. Der Hauch einer vergangenen, fernen und fremden Epoche trifft uns - doch die Fragen nach Verantwortung und Schuld sind zeitlos." (Der Landbote, 19.2.1994, Irčne Bourquin)


"Das Buch vereint beides, die plastische Evokation des Mittelalters mit seinen heute unverständlichen ängsten, Fragen, mit Gewissensqualen, Leiden, die heute nicht weniger als zu anderen Zeiten, erschreckende Aktualität besitzen." (Der Standard, 15.4.1994, W. A. Mitgutsch)



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